
27 Fragen
Nach meinem Kurz-Vortrag über Meditation. Immer. Überall.
„Meditation? Ich habe schon alle ausprobiert. Das ist alles nichts für mich!“
Aha
Wie entspannst du dich?
„Ich trinke abends ein Glas Wein.“ Lacht.
Ok
Und tagsüber?
„Tagsüber arbeite ich. Da stehe ich unter Spannung. Wie soll ich mich da entspannen?“
Atmen.
„Atmen? Mach ich doch.“
Bewusst atmen.
„So in den Bauch? Jaaaa, ich weiß, das soll man so machen. Mache ich ja auch.“
Wann?
„Weiß ich gerade nicht. Aber ich kenne Bauchatmung. Ist mir meist zu kompliziert.“
Hast du schonmal meditiert?
„Rumsitzen und Nichtstun? Das ist nichts für mich. Ich bin immer beschäftigt. In meinem Kopf sind ständig Gedanken. Und wenn ich mal einen Augenblick zur Ruhe komme, denke ich darüber nach, was ich noch machen muss. Will. Ich meine, was ich noch alles vorhabe.“
Es gibt verschiedene Formen der Meditation.
„Mag sein, aber, wie gesagt, dass ist nichts für mich.“
Wenn du jetzt in diesem Augenblick woanders sein könntest, wo bist du dann?
„Am Meer. Nein, in den Bergen, ganz oben auf dem Gipfel, wenn die Sonne untergeht. Ich war als Kind mal mit meinen Eltern an einem See in den Bergen. Das war auch toll. Vielleicht hier? Am Seeufer? Oder im Ruderboot auf dem See bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel.“ Denkt nach. „Las Vegas. Ich wäre gern jetzt in Las Vegas.“ Nickt.
Hast du Lust Meditation mal auszuprobieren?
Zögern. „Ich glaube nicht, dass das was für mich ist.“
Magst du es ausprobieren?
„Ja. Nein. Ich weiß nicht.“
Abwartende Stille.
„Ich habe darüber gelesen. Soll gut sein. Also, gesund. Reduziert Stress, besserer Schlaf, senkt den Blutdruck und so. Es gibt Studien, dass Meditation auch bei Krankheiten wie Krebs wirkt. Zur Schmerzlinderung.“
Du hast dich damit dann schon beschäftigt.
„Ja, deshalb bin ich ja hier.“
Deshalb?
„Ich will das lernen.“
Magst du es ausprobieren?
„Wie läuft das ab?“
Sitzt du bequem?
„Jetzt? Hier? Vor allen?“ Rückt sich im Stuhl neben mir zurecht. „Geht schon.“
Willst du dich auf die Matte dort drüben legen?
„Nein, Stuhl ist schon ok.“
Atme tief ein.
„In den Bauch?“
Wenn du magst?
Atmet tief ein und aus.
Atme tief ein – Pause – und wieder aus – Pause – und nochmal tief ein – Pause – und wieder aus. Schließ deine Augen.
„Muss ich? Ich möchte meine Augen nicht zumachen.“
Du kannst sie auch offenlassen. Such dir einen ruhigen Punkt im Raum, den du anschaust.
Schaut unruhig hin und her, bleibt an dem Natur-Bild schräg gegenüber hängen.
Dein Atem fließt ruhig.
…
„Das ist alles? Ich meine, mehr ist es nicht?“
Wie fühlst du dich?
Zögern. „Gut?“
-
„Hm. Ja. Gut. Gut ist gut. Was soll ich sagen?“
Hat es dir gutgetan?
Tiefes Atmen. „Ja. Ich glaube, ich mache das nochmal. Vielleicht ist es ja doch was für mich. Geht das auch über das Internet?“
Probier es aus.
